Nachdem die Serientachos an den bikes nicht wirklich die tatsächliche Geschwindigkeit anzeigen hier unser Montagebericht und Erfahrungen mit einem digitalen Fahrradtacho an der Suzuki GSF600S Bandit.

Wenn dir der frame mit der Navigationsseite fehlt, dann bitte hier klicken! 
Danach  im Inhaltsverzeichniss auf Digitaler Fahrradtacho auf der GSF600S  klicken.

Digitaler Fahrradtacho an der Bandit

 

 

 

FAHRRADTACHO

 Das einzige was mir an meiner Bandit wirklich gefehlt hat, war eine Uhr. 
Nachdem ich mir in diversen Zubehörshop´s und Katalogen die Uhren und die zugehörigen Preise der Fahrzeugindustrie angesehen hatte reifte in mir der Entschluß das dies auch anders gehen müßte. 

Meiner Meinung nach sollte ein Gerät das um die 40 bis 80 Euro  kostet doch etwas mehr können als nur die Zeit anzuzeigen, schließlich bekommt man bei diversen Diskontern eine Uhr für´s Handgelenk schon um bedeutend weniger Geld! 
Warum also nicht einen Fahrradcomputer auf die Bandit montieren? 
Wo doch die Fahrradindustrie groß Werbung macht für die neuen Modelle welche sich auf die Mountainbike´s montieren lassen und für Extreme Sportler gebaut wurden. Die Dinger sind stoßfest und wasserdicht, genau wie für die Bandit geschaffen. 
Die ersten Modelle die ich mir angesehen hatte kosteten um die 40 Euro  konnten bis zu 12 Funktionen, also um einiges mehr als ein einfacher "Wecker"! 
Das Problem allerdings war, das die meisten von den Computern nur bis 99 oder max. 105 km/h schafften (V-max.) Bis ich auf die Firma Sigma gestossen bin, die bauen welche die bis 300 km/h anzeigen können. 

War noch das Problem zu lösen wie ich den Computer in der Nacht ablesen könnte? Wieder das selbe Problem wie vorhin, Firma Cateye baut prima Computer mit einer super nightline Hintergrundbeleuchtung welche sich auf Knopfdruck für 5 sek. aktivieren läßt. 
Feine Sache nur das alte Problem, V-max. = 120 km/h, also wieder nichts. Also wieder zurück zu Sigma, die haben jetzt auch eine Beleuchtung aber nur eine Externe, dh. neben den Computer wird eine Lampe montiert welche sich auf Knopdruck aktiviert und so den Computer beleuchtet. 
Nicht wirklich das richtige für das Motorrad. Ich hatte den Gedanken schon fast wieder verworfen mit dem belechteten Fahrradtacho, als ich im banditforum über einen Bericht gestolpert bin, wo jemand geschrieben hat, es gibt einen Fahrradtacho mit integrierter Belechtung für das 12V Bordnetz eines Motorrades. 

Es ist dies der SIGMA SPORT 7000 welcher von der Firma Brunn in Deutschland umgebaut wird, somit hat man einen Fahrradcomputer mit 12V Beleuchtung
Genau das wonach ich gesucht hatte, der Preis 72 Euro. Also nicht wesentlich teurer als eine einfache Uhr für´s Motorrad die 12V Beleuchtung hat und wasserdicht in einem Gehäuse eingebaut ist, nur das man noch wesentlich mehr Funktionen hat! Die Serientachos der Motorräder gehen bis ca. 100km/h schon um einiges falsch, zwischen 100 und 200 km/h sind es Richtwerte und über 200km/h ist die Anzeige utopisch! 
Der Fahrradtacho geht aber bis auf plus/minus 1 km/h genau! Zusätzlicher Komfort bei dem von mir verwendeten Modell Sigma Sport 7000:

  • Geschwindigkeit bis 270 km/h (km/h oder miles)
  • Tagesstrecke TRP (Tageskilometer auf 10m genau!)
  • Gesamtstrecke DST (bis 99.999km)
  • Uhr
  • Fahrtzeit STP (solange das Voderrad in Bewegung ist, läuft die Zeit)
  • Höchstgeschwindigkeit V-MAX (wird gespeichert und läßt sich auf Knopfdruck später abrufen)
  • Durchschnittsgeschwindigkeit AVS

Die Bedienung ist einfach, da man mit einem einzigen, großen, gummierten Druckknopf die Anzeigen umschalten kann, wobei in der ersten Zeile die Geschwindigkeit immer permanent angezeigt wird und in der zweiten Zeile die Funktion welche gerade gewählt wurde. 

Die Bedienung mit Motorradhandschuhen ist kein Problem.  Da ich im Probebetrieb festgestellt habe das sich der Computer durch die Beleuchtung doch etwas erwärmt und ich auch gewarnt wurde das angeblich die Lebensdauer der eingebauten Lämpchen dadurch nicht hoch sei, habe ich die Beleuchtung an das Fernlicht angeschlossen. Am Tag und in der Nacht in der Stadt ist die Anzeige sowieso auch ohne Beleuchtung gut ablesbar und durch das betätigen der Lichthupe oder umschalten auf Fernlicht kann ich die Beleuchtung aktivieren. 

Da die Computer für verschiedene Fahrradreifengrößen geeignet sind muß man zuerst den Radumfang (WS) ermitteln. WS=Durchmesser x 3.14. 
Ich habe bei mir für einen 17" Reifen mit der Dimension 110/70 ZR17 den Wert : 
WS= 1885 eingegeben,die Werte sollten zwischen 1880 - 1890 liegen, werde später berichten wie die Erfahrungen mit diesem Wert sind. 

Da ich den Computer weiterhin schnell abmontieren wollte habe ich einen Stecker montiert für die 12V Beleuchtung, außerdem mußte das Kabel des Gebers verlängert werden. Nach diesen Vorarbeiten konnte es also mit der Montage losgehen. 

Den Geber habe ich auf der Tachowelle befestigt, über die Tachowelle konnte ich auch das Kabel bis in das Cockpit hinauf führen, der Magnet wurde an der Bremsscheibe befestigt. Um den Fahrradcomputer selbst montieren zu können habe ich einen Stahlflexschlauch aus dem Sanitärbereich verwendet, die 3/8 Zoll Anschlüsse habe ich abgeschnitten und die beiden Enden mit Schrumpfschlauch verschlossen. Den Schlauch habe ich dann zwischen den beiden Armaturen (Drehzahlmesser und Tacho) geschraubt, dafür habe ich von den 4 Schrauben welche die Instrumente halten, 2 Schrauben durch längere ersetzt, von M5x20 auf M5x40).

 Auch von vorne sieht das ganze gut im Cockpit aus. Mit dem oben erwähnten WS von 1885 stimmt die angezeigte Geschwindigkeit bis auf 1 km/h! Getestet bei 60km/h mittels Radarmessung! Radarmessung 60km/h = 61km/h auf dem Fahrradcomputer. Ich habe auch mal Probehalber den Wert 1812 versucht wie er in der Anleitung von Sigma angegeben wird, erstaunlicherweise hat es fast keine Änderung in der Anzeige der Geschwindigkeit gegeben nur um 1-2 km/h geringer! Aber die zurückgelegten Kilometer stimmten nicht mehr! 

Bei einem Wert von WS=1812 ging der Fahrradtacho hinten nach um ein paar Kilometer, gemessen auf 100km, bei einem WS von 1885 geht er auf 100km gemessen um 4 km vor! Die Wahrheit scheint also irgendwo um 1840 zu liegen. Wie auch immer ich bin wieder zurück auf meine 1885 da weiß ich das die Anzeige der Geschwindigkeit um 1km/h zu hoch ist und ich auf 100km 4km zuviel auf der digitalen Anzeige habe, damit kann ich leben. 

Wie auch schon oben beschrieben, weichen die Angaben vom originalen Tacho ab, je höher die Geschwindigkeit desto gravierender die Abweichungen! Hier eine kurze Tabelle mit den von mir gemachten Erfahrungen. Die folgenden Bilder welche in einem Rahmen dargestellt sind, können durch anklicken vergrössert werden. Einige der Bilder stammen noch aus der Zeit bevor ich eine Digitalkamera mein eigen nennen konnte, daher bitte die Qualität einzelner Bilder zu entschuldigen.

 

Sigma Sport 7000 mit integrierter 12 V Beleuchtung

Umbau durch die Firma Brunn in D-73734 Esslingen, Deutschland 

(einen Link zur Firma Brunn findest du ganz unten am Ende des Beitrages)

 

Im Bild sieht man die großen Anzeigen, in diesem Fall die Funktion Uhr.

Fahrradcomputer mit 12 Volt Beleuchtung Die Rückseite, das 12V Anschlusskabel für die Beleuchtung ist gut zu erkennen. Nachtaufnahme mit integrierter 12V Beleuchtung

Das erste Bild zeigt den Computer von vorne mit der Funktion Uhr, auch der große genoppte Bedienknopf unten ist gut zu erkennen. Das zweite Bild zeigt den Computer von hinten mit dem 12V Anschlußkabel für die Beleuchtung. Das dritte Bild zeigt den Computer in der Nacht. (v.l.n.r.)

 

 

 

Die Fahrradcomputer sind ja alle mit einem Handgriff von der Halterung zu entfernen, also habe ich einen Stecker montiert, damit ich auch die 12V Stromversorgung für die Beleuchtung trennen kann. Als Stecker habe ich vom Modellbau einen verpolungssicheren Stecker verwendet. Gibt´s in jedem Modellbaugeschäft für Auto, Schiff´s und Flugmodelle. Das komplette 12V Kabel habe ich auch noch zusätzlich mit Schrumpfschlauch überzogen.

Verbindungsstecker für die 12V Bordspannungsversorgung

 

 

 

 

Da das original Kabel zu kurz war mußte es verlängert werden. Am linken Bild habe ich schon den ersten Kontakt von der Halterung ausgebaut, das neue Kabel wurde an die beiden Kontaktplatten angelötet. Am zweiten Bild ist das neue Kabel schon an der Halterung angelötet und beide Kontakte sind eingebaut, das Kabel welches vom Geber kommt habe ich dann mit dem neuen Kabel verlötet und mit Schrumpfschlauch überzogen, die Stelle sieht man im rechten Bild zwischen Geber und Halterung. Ich rate jedem davon ab das Kabel am Geber auszulöten, es geht nicht, der Geber ist verschweisst damit kein Wasser eindringen kann in den Reedkontakt! Also lieber an der Halterung das Kabel verlängern, siehe Bilder:

 

 

Wie oben bereits beschrieben habe ich den Magneten für den Geber an der Bremsscheibe montiert, so nahe wie möglich an der Narbe. Es ist dies ein Magnet der Firma Cateye, gibts in jedem Fahrradhandel. Dieser Magnet eignet sich besser als jener der beim Sigma dabei ist. Der Preis für den Magneten 1 Euro. Am nochfolgenden Bild kann men sehr gut den Rechteckigen Magneten sehen, ebenso den Geberkontakt welchen ich an der Tachowelle befestigt habe:

 

 

 

Jetzt brauchte ich natürlich eine Halterung zwischen den Armaturen (Drehzahlmesser und Tacho) um den Digitaltacho befestigen zu können, dazu habe ich mir einen Stahlflexschlauch wie er zum Anschliessen z.B. von WC-Spülkästen verwendet wird im Baumarkt besorgt. Vorteil von dem Teil es rostet nicht, lässt sich in jede Form bringen und kostet 4 Euro. Der von mir verwendete Schlauch hat eine Länge von 25 cm.

Flexschlauch aus dem Sanitärbereich

 

Die beiden Anschlüsse lassen sich ohne grosse Mühe entfernen, die offenen Enden habe ich mit Schrumpfschläuchen versehen um optisch einen besseren Abschluß zu erzielen, links und rechts ein Loch gebohrt und die Montage zwischen die Instrumente konnte erfolgen.

 Flexschlauch mit abgetrennten Anschlüssen und Enden bereits verschrumpft

Der Stahlflexschlauch lässt sich problemlos zwischen den beiden Instrumenten anbringen, nur 2 der 4 Schrauben welche die Instrumente halten habe ich durch längere ersetzt. Von M 5 x 20mm auf M 5 x 40 mm. Auf dem Schlauch konnte ich dann die Halterung für den Computer befestigen. Durch die Beschaffenheit des Stahlflexschlauches ist der Computer gleich "gummiert" montiert, die Vibrationen beim Fahren übertragen sich so nicht mehr auf den Computer. Da der Schlauch üblicherweise für die Montage von Wasseranschlüssen ausgelegt ist schaden ihm auch Regenfahrten nicht. Das Stahlgeflecht ist hochflexibel und aus Nirosta. Siehe nächste Bild:

Der Flexschlauch passt wunderbar zwischen die beiden Armaturen - Auf das Bild klicken um es zu vergrössern.

 

 Blick in das Cockpit mit dem montierten Fahrradcomputer:

Bild 152-5222-Fahrradtacho fertig montiert - Auf das Bild klicken um es zu vergrössern

 

Hier eine kurze Tabelle mit den von mir gemachten Erfahrungen. Falls noch jemand Fragen hat, dann bitte eine email an mich.

Abweichungen vom originalen Tacho

Bereifung 110/70 ZR17 mit einem WS von 1885

 

Original Tacho 50km/h = 47km/h auf dem Fahrradcomputer
60 = 56
70 = 65
80 = 75
90 = 84
100 = 94
110 = 102
120 = 111
130 = 120
140 = 130
150 = 140
160 = 150
Original Tacho 220km/h = 208km/h auf dem Fahrradcomputer.

Anmerkung bei meinem Versuch  mit einem WS von 1812
lagen die Geschwindigkeitsanzeigen um 1-2km/h
unter den Werten mit 1885, lediglich die
zurückgelegten Kilometer änderten sich stark!
Bei WS 1885 nach 100km auf den Original Tacho
zeigte der Digitale 104km an,
bei einem WS von 1812 zeigte der
Digitale nach 100 Analogkilometern etwas
über 95km an, die Wahrheit dürfte also so
um die 1840 liegen.
Ich für meinen Teil bin wieder auf die 1885
zurück da weiß ich das die angezeigte Digital-
geschwindigkeit 61km/h auf dem
Radargerät 60km/h sind,
damit kann ich leben *gg**

Fazit zum Schluss: Nach einigen Tausend Kilometern und mittlerweile 2 Jahren in Betrieb hat sich der Fahrradcomputer als nützliche Spielerei erwiesen. Ist schon lustig zu beobachten wie die Autofahrer reagieren wenn Sie die Ordnungshüter mit Laserpistole sehen und auf die Bremse steigen und man einen Blick auf den Digitacho wirft und weiss ich bin 1km/h unter der erlaubten Geschwindigkeit. Aber Vorsicht, niemals vergessen die angezeigte Geschwindigkeit ist die tatsächlich gefahrene, wenn du 20km/h über der erlaubten Geschwindigkeit bist dann ist das so, Spielraum gibt´s dann keinen mehr! 

Nachtrag im Frühjahr 2003:
Wir haben jetzt zusätzlich noch das GPS Navigationsgerät von garmin Streetpilot 3 und damit konnten wir ebenfalls die Genauigkeit des Digitalen Fahrradtachos überprüfen. Der Digitacho geht absolut genau was die Geschwindigkeitsangabe anbelangt.

Die Schaltung für das Tacholicht über das Fernlicht hat sich gut bewährt und macht keine Probleme. Die Batterien halten 2 Jahre, musste Sie jetzt zum erstenmal tauschen. Vorsicht! 
Das WS und der Gesamtkilometerstand muss nach einem Batterietausch neu einprogrammiert werden! 
Auch der Magnet hat sich bis jetzt noch nicht verabschiedet, auch nach 2 Jahren mit dem Kärcher nicht... ;-) 

Vorige Woche ging zum erstenmal eines der eingebauten 12V Lämpchen kaputt im Digitacho, ich habe es selber getauscht aber es ist eine &%$%& Arbeit!! 

Die Microlämpchen von Conrad electronic passen hinein, wenn Ihr aber ungeübt seid im Umgang mit einem Lötkolben, lasst Euch lieber helfen! 
Vorsicht beim zerlegen des Digitachos, zwischen Display und Platine liegen links und rechts zwei unscheinbare "Gummistreifen" diese dienen nicht um Vibrationen zu verhindern sondern übertragen die Signale von der Platine auf das Display! Wenn Ihr diese beiden Streifen also nicht wieder einbaut dann bleibt Eure Anzeige finster!

Umbau durch die Firma Brunn in D-73734 Esslingen, Deutschland

Mehr Infos über die Firma Brunn findet Ihr hier:

zur Webseite der Firma Brunn - hier klicken

dort auf "Fahrzeugtechnik" klicken um Infos über den Digitalen Tacho zu erhalten, Danke an "Pascal" für die Info über den Link der Firma Brunn.

 

Zurück nach oben zum Seitenfanfang

 


erstellt  am 20. Juni 2000 von Unsere privaten webseiten 
letztes update am 22. Jänner 2005  <Email an Silvia und Kurt senden>